Bis ans Ende der Welt

23.01.2018

 

Dunkler Rauch stieg auf und die letzten Flammen flackerten, bevor das Feuer der verbrannten Autopneus ganz erlosch. Daneben stand eine Gruppe junger Männer, teilweise vermummt. Während wir durch Comodoro Rivadavia fuhren, sahen wir dies an mindesten drei weiteren Strassenabschnitten. Die Berge von Abfall waren jedoch überall. Wir verliessen die Stadt noch am gleichen Tag. Am nächsten Morgen frühstückten wir bei den Seelöwen am Strand und waren wieder einmal schockiert darüber, wie auch mitten in der Natur der Abfall achtlos weggeworfen wird.

 

 

 

Im Nationalpark Monte León wurden wir vor Pumas gewarnt, trafen jedoch nur hunderte von Pinguinen, die uns mit ihren Jungen ganz interessiert ansahen. Wir liessen die Schotterpiste bald hinter uns und fuhren auf der Hauptstrasse weiter in Richtung Ushuaia, wo wir unzählige Guanakos, viele Sträusse und auch einige Flamingos sahen. Der Wind wurde nach und nach stärker, das Wetter wilder und die Temperaturen sanken, je weiter wir in den Süden fuhren.

 

 

 

Mangels idyllischen Schlafplätzen übernachteten wir zwischendurch inmitten von Trucks auf Tankstellen, oftmals ausgerüstet mit Duschen und Wi-Fi ist dies gar keine schlechte Wahl für Overlander.

 

Kurz vor der chilenischen Grenze fanden wir in der Nähe eines Kratersees einen idealen Übernachtungsplatz und Louis trotzte den kräftigen Windböen, die über das Land fegten. Am kommenden Tag überquerten wir die Grenze und Chile brachte uns den ersten Regentag sowie einen ordentlichen Temperatursturz. Wir nahmen die Fähre über die Magellan Strasse, die uns schliesslich auf die Insel Tierra del Fuego - Feuerland - brachte und beschlossen, noch am selben Tag die Grenze zu Argentinien zu überqueren und die Fahrt in den Süden fortzusetzen. Die Strasse schlängelte sich durch das hügelige Land, der Himmel klarte langsam auf und die ersten kargen, toten Bäume ragten in den Himmel. Allmählich wurden einzelne Bäume zu Wälder und am Horizont erschienen die ersten Berge, deren schneebedeckten Gipfel hinter den Wolken bereits zu erkennen waren. Eine Seitenstrasse führte uns durch den Wald zu einem grossen kristallklaren See, wo wir die Nacht verbrachten und durch das Fenster den Fuchs an uns vorbeistreifen sahen.

 

 

 Am nächsten Tag erreichten wir Ushuaia - die südlichste Stadt der Welt! Fin del Mundo! Natürlich zog es uns gleich in die Berge und wir machten eine Wanderung zum Martial Glacier, von wo man einen fantastischen Blick auf die Stadt und den Beagle Kanal hat. Die nächsten zwei Nächte verbrachten wir im Nationalpark Tierra del Fuego, plauderten bei einem peruanischen Bier lange mit Ueli und Myrta und schliefen am kommenden Tag bis die Sonne uns weckte.

 

 

 

 

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