Kaffee und Medialunas

30.04.2018

Fünf Monate waren seit unserer Abreise aus der Schweiz vergangen und nun warteten wir am Flughafen von Santiago de Chile auf unsere Familie. Zum grossen Wiedersehen gab es einen starken Kaffee und klebrig süsse Medialunas bevor sich Claudia mit dem Mietwagen in die grosse Stadt mit rund 6 Millionen Einwohner wagte. Am folgenden Tag zog es uns in die Anden und die ersten Schilder, die auf die Evakuationsroute bei einem Vulkanausbruch hinweisen, säumten die Strasse. Wir verbrachten den Tag nach der weiten Fahrt im rustikal eingerichteten Dom, kochten uns ein leckeres Abendessen und hatten uns viel zu erzählen. In der kommenden Nacht bekam unser Besuch bereits ihr erstes kleine chilenische Erdbeben zu spüren - keine Seltenheit in diesem Land!

 

Es war Sonntag und viele Städter strömten ebenfalls hinaus in die Natur. Die Schotterstrasse war schmal und schlängelte sich am Berg entlang, während es auf der anderen Seite steil hinunter zum Stausee ging. Das hinderte ein paar Chilenen natürlich nicht daran, ihre Autos auf der Strasse zu parkieren um ein paar Fotos zu schiessen. Perfekte Bedingungen für den Einstieg in den Strassenverkehr von Südamerika - doch Claudia meisterte dies mit Bravur! Wir liefen über die Hochebene, durch die karge und doch wunderschöne, endlos weite Landschaft mit direkter Sicht auf über 5000 Meter hohe Berge und zum türkisblauen Stausee „Embalse El Yeso“.

 

 

Bei einem Besuch der Termas Valle de Colina badeten wir auf 2600m Höhe mitten in den Anden in heissen Naturbecken, während wir den Blick auf die umliegenden Berge genossen. Die anschliessende eiskalte Dusche brauchte etwas Überwindung und rundete das Erlebnis perfekt ab! Nach ein paar Tagen verliessen wir die Berge und auf dem Weg an die Pazifikküste machten wir Halt im wenig besuchten Parque Nacional La Campana. Wir bestaunten bei grosser Hitze 2000 Jahre alte, riesige Palmen und unzählige Kakteen.

 

Wir mieteten für ein paar Tage ein tolles Haus direkt am Strand in Maitencillo. Die Hauptsaison war schon länger vorbei, im kalten Wasser sah man nur noch die Surfer, die auf die nächste Welle warteten. Viele Stände hatten bereits geschlossen und die Hochseefischer, die ihre Fische gekonnt direkt vor den Augen der Kunden ausnahmen, versuchten ihre Ware an den Mann zu bringen. Pelikane belagerten den Stand und warteten geduldig auf einen Happen. Die Evakuationsschilder fehlen auch hier nicht, doch weisen sie hier auf die Fluchtroute bei einem Tsunami hin. Die Schäden vom Tsunami im Jahr 2010 sieht man teilweise heute noch.

 

Kunstvoll bemalte Treppen, farbenprächtige Häuser, Kunstgalerie an Kunstgalerie, Musik und ein Wirrwarr von Stromleitungen - das kann nur Valparaíso sein! Die Stadt ist Unesco Weltkulturerbe und das sieht man ihr an. Wir schlenderten durch die verwinkelten Gassen und fuhren mit einer der vielen steilen Standseilbahnen den Hügel hinunter.

 

Ein Abendessen direkt an der Pazifikküste und ein geheizter Pool zum Sonnenuntergang bildeten einen perfekten Abschluss nach zwei spannenden, vielfältigen und viel zu kurzen Wochen!

 

 

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