Über 4727 m.ü.M.

06.05.2018

Das kleine Skigebiet Portillo liegt auf 2800 Meter und schien uns ein guter Schlafplatz zu sein. Wir waren auf dem Weg nach Mendoza, Argentinien, und vor uns lag der Paso Los Libertadores (3850 m.ü.M.) Abends trafen auch noch unsere Freunde Etta und Stefan (GoGoBrunhilde) ein, mit denen wir bereits die Nacht davor auf einer Copec Tankstelle verbracht haben. Den nächsten Tag starteten wir gemütlich, wir tranken Kaffee, plauderten und vergassen die Zeit! Um zwei Uhr Nachmittags machten wir uns schliesslich auf den Weg. Vor uns lag der asphaltierte Tunnel, doch die geschotterte Serpentinenstrasse auf die Passhöhe reizte uns viel mehr. Bei der Fahrt hinunter erhaschten wir noch einen Blick auf den Aconcagua, mit 6959 Metern der höchste Berg Amerikas! Die gesamte Passstrasse ist in jeder Hinsicht eine Attraktion und definitiv ein weiteres Highlight unserer Reise!

 

In Mendoza reihen sich die Weingüter aneinander und bei unserer Fahrt passierten wir einige, die wahrliche Paläste gebaut haben. Umso schöner, dass man bei der Bodega „Ojo de Agua“ von Dieter Meier noch auf wahren Charme und ein schönes Ambiente trifft! Wir wurden durch die Anlage geführt und genossen ein ausgezeichnetes 3-Gänge Menü mit dem jeweils passenden Wein. Ein Tag zum geniessen und eine klare Empfehlung!

 

 Bevor sich unsere Wege wieder trennten, verbrachten wir zwei Nächte mit Etta und Stefan auf dem Camping Suizo in Mendoza. Wir führten gute Gespräche, recherchierten und feierten das WLAN im Büssli mit Netflix Serien bis in die frühen Morgenstunden!

 

Es zog uns weiter in den Norden. Da der Paso Agua Negra bereits in der Wintersperre war, fuhren wir bis nach Fiambalá, den Ausgangsort für den Paso San Francisco, einer der höchsten Andenpässe überhaupt, nach Chile. Es war ein langer Weg und wir fuhren Stunden um Stunden durch flaches Land, vorbei an roten Felsen und Kakteen. Die Nacht verbrachten wir einmal mehr an einer Tankstelle. Da diese leider nicht mit einer Dusche ausgestattet war, duschten wir kurzerhand mit dem Gartenschlauch – man muss sich nur zu helfen wissen! Eine einsame alte Kirche mitten im Nirgendwo sollte unser nächster Schlafplatz sein und wir freuten uns auf einen ruhigen Abend. Wir putzten gerade im Dunkeln unsere Zähne, als ein Auto heranfuhr und zwei Meter neben Louis parkierte. Sie stiegen aus, schalteten das grelle Licht einer Laterne an, drehten die Musik auf und packten alles aus für eine grosse Parilla (grillieren)! Wir standen verwirrt daneben. Wir hatten in Argentinien ja schon einiges erlebt, doch damit hatten wir in dieser einsamen Gegend doch nicht gerechnet!

 

 

In Fiambalá angekommen hiess es auf der entsprechenden Internetseite auf einmal, dass dieser Pass nun auch gesperrt sei. Wir erkundigten uns bei der örtlichen Polizeistation, die uns jedoch grünes Licht gab. Die Nacht vor der Passfahrt verbrachten wir auf 2800m in absoluter Stille. Die Strasse bis zur Passhöhe auf über 4727 m.ü.M. ist auf der argentinischen Seite komplett asphaltiert, sie steigt nur langsam an und ist 200km lang (nur bis zur Passhöhe!). Auf der chilenischen Seite erwartete uns Schotter, Asphalt und Erdstrassen. Die Passstrasse führt vorbei am Nevado Ojos del Salado, mit seinen 6891m der höchste Vulkan der Erde und höchster Gipfel Chiles, durch faszinierende und einzigartig schöne Landschaften, die uns in den reichlichen Farben und endlosen Weiten absolut beeindruckt haben. Wir begegneten während 470km kaum einem Menschen, passierten lediglich zwei einsame Grenzposten und trafen ansonsten nur auf Pferde, Esel und Guanakos. Wir fuhren stundenlang auf über 4000m, bis sich die Strasse langsam wieder ins Tal begab. Eine unglaublich aussergewöhnliche und grossartige Natur, wie wir sie noch nie zuvor gesehen haben.

 

 

 

 

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