Ein Paar Socken im Rucksack

14.07.2018

Wir liegen in unserem Bett nahe der kaum befahrenen Bergstrasse und hören ab und zu ein Hupen, das den Tankwart aus dem wohlverdienten Schlaf holt. Ansonsten ist die Nacht sehr ruhig und wir können am kommenden Tag unsere Fahrt ausgeschlafen fortsetzen. In Tinke entscheiden wir uns spontan, auf die Schotterpiste abzuzweigen, die in das kleine Bergdorf Pacchanta führt. Weit weg von den Touristenmassen wandern wir durch die endlos weite wunderschöne Landschaft und vorbei an Alpakaherden, als auf einmal eine Peruanerin aus dem Nichts erscheint und zu uns eilt. Sie bindet ihr vollbepacktes buntes Tuch vom Rücken und präsentiert uns eine Fülle von Alpaka-Wollsachen! Mit einem neuen Schal um den Hals und ein Paar Socken im Rucksack wandern wir weiter und erreichen schon bald die Lagunen vor dem gigantischen Ausangate.

 

 

Es ist 05.55 Uhr, der Boden unter unseren Füssen ist gefroren, der eiskalte Wind bläst erbarmungslos ins Gesicht. Wir befinden uns auf 4500m Höhe auf dem Wanderweg zum Rainbow Mountain. Auf einer Höhe von 5020m bestaunen wir die farbenprächtige Berglandschaft, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machen. Der Parkplatz ist inzwischen voll mit Reisecars und einmal mehr sind wir dankbar für die Freiheit mit unserem Louis!

 

In Cusco treffen wir auf ein Peru, wie wir es noch nicht kennengelernt haben: moderne Restaurants, noble Hotelanlagen und chice Boutiquen. Wir geniessen das dunkle Vollkornbrot einer guten Bäckerei, ein grosses Frühstück im Café und auf dem Camping die erste heisse Dusche seit Wochen! Bei einer zweitägigen Rundreise rund um Cusco besichtigen wir die Inkaruinen von Sacsayhuamán, Ollantaytambo und Pisac, die Salinen mit ihren tausenden Salzpfannen sowie die kreisförmigen Terrassen von Moray, die vermutlich genutzt wurden, um die optimalen Bedingungen für den Anbau von verschiedenen Pflanzenarten herauszufinden. Nach einem Kaffee mit Gjenc, Jessi und ihrer Familie reisen wir schon bald weiter Richtung Küste.

 

Bergauf, bergab, bergauf, bergab. Die Fahrt nach Nazca ist weit und dauert über die kurvenreiche Bergstrecke über mehrere Pässe seine Zeit. Wir verbringen zwei Tage mit Fahren, picknicken mit grandioser Aussicht und übernachten wieder einmal an einer Tankstelle. Bei einem kurzen Zwischenstopp werfen wir einen Blick auf eines der grössten Rätsel der Archäologie: die Nazca Linien. Mehr als 800 Linien, 300 geometrische Figuren und ungefähr 70 Tier- und Pflanzenzeichnungen ziehen sich hier kilometerweit durch die Wüste.

 

Nach einer rasanten und äusserst amüsanten Fahrt mit dem Strandbuggy über die riesigen Dünen von Huacachina stehen wir oben vor dem Hang und wachsen unsere Ski, mir ist noch leicht schwindlig, doch die Vorfreude überwiegt und so schliesse ich die letzten Schnallen meiner Skischuhe und bin bereit. Denis steht grinsend neben mir und kann es kaum erwarten. Etwas ungewohnt, doch gar nicht so viel anders als auf Schnee, sausen wir die Düne hinunter und können das Lachen nicht verkneifen. Der Strandbuggy steht unten schon bereit und bringt uns immer wieder auf höhere Dünen, wo weitere und steilere Abfahrten auf uns warten.

 

 

 

 

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