In den tiefgrünen Nebelwald

18.08.2018

Wir verbringen die letzten Tage in Peru auf einem Camping direkt am Strand, essen frische Kokosnüsse, schwimmen im Meer und sitzen abends mit einem kalten Bier am Lagerfeuer (ja, wir vermissen den guten argentinischen und chilenischen Rotwein!). Hachi begleitet uns tagtäglich auf unseren Strandspaziergängen und es fällt uns ziemlich schwer, ihn nicht einfach einzupacken und mitzunehmen.

 

 

Es sind nur noch wenige Kilometer bis zum Grenzübergang, als es plötzlich laut knallt. Wir erstarren und blicken auf das Loch in der Windschutzscheibe. Die winzig kleinen Glassplitter sind überall im Bus verteilt. Wir verstehen nicht, was gerade passiert ist. Nachdem wir die Scheibe zur Stabilisierung abgeklebt haben, setzen wir unsere Fahrt fort und überqueren die Grenze nach Ecuador. Um eine Haftpflichtversicherung brauchen wir uns diesmal nicht zu kümmern, in Ecuador übernimmt dies automatisch und kostenlos der Staat - auch für ausländische Autos! Bei einer Polizeikontrolle erklärt uns der Polizist, dass wir doch besser nach Peru fahren, um unsere Windschutzscheibe zu ersetzen - dies sei viel günstiger! Wir ignorieren diesen Rat und versuchen unser Glück in Guayaquil. Die T3s wurden in Südamerika nie gebaut, weshalb wir uns auf eine langwierige Suche einstellen. In einer Strasse mit mehreren Windschutzscheiben-Shops wird unsere Scheibe ausgemessen, der Fahrzeugausweis studiert und hin und her telefoniert. Dann die erleichternde Nachricht: sie haben einen Ersatz! Die Scheibe wird ausgebaut und wir freuen uns, schon bald wieder weiterfahren zu können. Doch nachdem wir eine weitere Stunde gewartet haben heisst es plötzlich, dass die Scheibe doch nicht passt und die alte Scheibe wieder eingesetzt werden muss. Die Risse haben sich durch den Ausbau natürlich ausgeweitet und so stehen wir nun mit einem grösseren Schaden als zuvor da. Wir entscheiden uns schliesslich 430km nach Quito zu fahren, da uns versichert wird, dass es dort eine - eine einzige! - passende Windschutzscheibe gibt. Auf dem bisher besten Strassennetz von Südamerika fahren wir durch Palmenwälder und riesige Bananenplantagen, übernachten auf der Tankstelle und erreichen am nächsten Morgen die Hauptstadt und den „Parabrisas“ Shop. Und siehe da, die Scheibe passt!

 

Es regnet. Wir sitzen auf der Terrasse eines Cafés, trinken heisse Schokolade und blicken direkt in den tiefgrünen Nebelwald von Mindo. Vor unseren Augen flattern Kolibris in den schönsten Farben umher. Die kleinen Vögel können sogar seitwärts und rückwärts fliegen und sind mit ihren 40-50 Flügelschlägen pro Sekunde nicht ganz einfach zu fotografieren. Ein Eichhörnchen klettert flink über einen Baum und auch zwei verschiedene Tukanarten lassen sich sehen.

 

 

 „Hätte ich doch vorsichtshalber eine Tablette gegen Seekrankheit genommen“, denke ich mir während wir auf dem kleinen Motorboot hinaus auf das offene Meer fahren und durch die rasante Fahrt und den starken Wellengang fast von der Bank geworfen werden. Die Japanerin hängt bereits über der Reling. Das Boot hält an und wir halten Ausschau. Wir erspähen die Buckelwale schon bald und sehen die beeindruckenden Giganten direkt vor uns vorbei schwimmen und haben zudem das Glück, sie mehrmals aus nächster Nähe springen zu sehen!

 

 

 

 

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